In Allgemein, Cassy und Leyla, Leben mit Hund

Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Social Media für Hunde. Gibt es derzeit eigentlich einen größeren Hype? Ich persönlich bekomme keinen anderen Hype mit, da mein social media Interesse fast ausschließlich nur noch bei den Hunden liegt. Die Instagramaccounts und Hundeblogs sprießen quasi so aus dem Erdreich und ich finde diese Entwicklung wirklich schön. Allerdings macht sie mich auch sehr nachdenklich.

Ich bin grundsätzlich ein nachdenklicher Mensch. Ich sehe mir also bei Instagram nicht nur die Fotos an, sondern hinterfrage auch. Versuche mich in verschiedene Situationen hinein zu versetzen. Höher, schneller, weiter. Bei den Instastories sieht man nicht selten Hunde, die wie Maschinen funktionieren oder als solche „benutzt“ werden. Es scheint so, als würden sie von morgens bis abends nichts anderes tun als Tricks, Hundesport, Gehorsam, Playdates oder Gewaltmärsche. Auch ich wurde schon von einigen Leuten angeschrieben und gefragt ob meine Hunde eigentlich auch einfach nur Hund sein dürfen. „Oh ja.“ Sage ich da. Das was ich von unserem Leben preisgebe, ist vermutlich nur ein klitzekleiner Bruchteil eines Ausschnittes, ich habe nicht die Zeit wirklich alles in den Stories fest zu halten, auch wenn ich das in den unterschiedlichsten Situationen gerne würde. In den Situationen wo eben nicht immer alles rosaplüsch ist. Wo Leyla an der Leine bellt und angst hat oder Cassy im Auto vor sich hinfiept, weil es ihr nicht schnell genug geht. Wir sind eben nicht perfekt, aber sehr bemüht.

Für mich sind meine Hunde kein Hobby, anders als bei meinen Pferden gehören die kleinen Plüschnasen vielmehr zu meiner Lebenseinstellung. Nicht selten verbiege ich mich, damit es den Hunden gut geht und ich kein schlechtes Gewissen haben muss. Das heisst auch, die eigenen Bedürfnisse zurück stellen. Handy weglegen und mal nur auf den Hund konzentrieren. Ich habe mich in den letzten Monaten sehr aus der social media Welt zurück gezogen. Ich konnte die wenige Zeit, die ich hatte, nicht auch noch für das Internet opfern und habe dabei festgestellt, wie viel intensiver man seine Hunde wahrnimmt, wenn man sich nicht ständig denkt, dass dies oder das eine hervorragende Story für den abendlichen Instagram-Post ist.

Ich habe mir häufig die Frage gestellt, ob der Leistungsdruck bei den Blogger-Hunden wohl steigt? Hier nochmal für ein Foto posieren, dort noch schnell ein kurzes Video – mist, hat nicht geklappt, die Sequenz filmen wir nochmal – usw. Wenn ich mit meinen Mädels Fotos machen gehe, ist das die einzige Aktivität, die sie an diesem Tag wirklich bewusst „ausführen“. Weniger ist einfach mehr und nur weil andere Instagramhundepromis x-Dinge mehr am Tag tun, heißt es ja noch lange nicht, dass das auch wirklich das Non-Plus-Ultra ist.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich hoffe, dass gerade die jüngeren Abonnenten sich ganz bewusst machen, was ihrem eigenen Hund gut tut, welches Pensum an Arbeit (und ja, dazu gehört tatsächlich auch fotografiert werden) genug ist. Dass sich jeder einzelne Hundebesitzer bewusst macht, dass Hundeerziehung, Hundeauslastung, eher generell jedes einzelne Hundeleben sehr individuell ist. Man kann fremde Hundeleben einfach nicht auf das Leben der eigenen Hunde übertragen. Nur weil andere Aussies 3 Mal in der Woche in die Hundeschule gehen, ununterbrochen Spielen dürfen, nebenbei noch Kunstturnen und Leichtathletik betreiben, heißt das noch lange nicht, dass das für Leyla und Cassy richtig ist. Eines jedoch, lässt sich für mich generalisieren: Ein Hund ist und bleibt ein Hund und jeder Hundehalter sollte sich in der Pflicht sehen, sich ausgiebig mit der Natur, mit den Grundbedürfnissen eines Hundes auseinander zu setzen. Vielen wird dabei sehr schnell, sehr deutlich, dass sie vielleicht doch einfach zu viel machen und ihr Aussie/ Jack Russel/ Sheltie etc.  gar nicht so ein workaholic ist, wie sie zunächst vermuteten. Ein gesunder Hund schläft von sich aus 15-20 Stunden am Tag, wenn er denn gelassen wird. Wusstet ihr das?

Mich würde brennend interessieren wie ihr zu dem Thema steht. Beäugt ihr manche Instagramaccounts oder vielmehr den Hundebloggertrend auch kritisch?

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