In Allgemein, Leben mit Hund

Herzenshund

Scheinbar ist dieses Jahr ein Jahr der Veränderungen und Mutproben für mich. Ich eile von einem Extrem ins Nächste und erwische mich manchmal dabei, wie ich mich ganz besonders an eine, meiner drei Fellnasen klammere um die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Ich dachte immer, die Geschichte mit dem Herzenshund sei an den Haaren herbei gezogen und dass man ja wirklich alle Hunde gleichermaßen im Herzen trägt, die letzten schweren Stunden haben mir allerdings bewiesen, dass dem nicht so ist.

Selbstverständlich habe ich alle meine Hunde lieb. (Mit „alle“ meine ich natürlich auch die Frenchie Dame meiner Mutter, mit der ich quasi auch 24/7 zusammen lebe) Aber keine andere war ununterbrochen an meiner Seite, ließ mich in schwachen Momenten nicht aus den Augen, hat mich non stop zum Lachen gebracht, hört perfekt, ist einfach gänzlich Makellos, als Cassy. Mein Traumherzenshund. Als ich sie mir damals aussuchte, machte es sofort klick. Ich wollte damals unbedingt einen Hund mit blauen Augen, aber als mir das 16 Wochenalte Hundekind entgegen kam, war für mich ganz klar, dass es keine andere sein sollte. Auch nicht der 8 Wochen alte Welpe, mit blauen Augen, aus einem anderen Wurf dieser Zucht. Nein, es sollte Cassy sein.

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Sie ist nicht nur mein erster, eigener Hund, sondern auch DER erste eigene Hund. Es hat nur wenige Sekunde bis mitten in mein Herz gebraucht und diesen Platz, wird sie bis an mein Lebensende haben. Ich verdanke ihr unglaublich viel. In der Hundeschule damals, hatte ich es unglaublich leicht. Cassy verstand alles sofort, wir waren immer vorne dabei und nach einem (ungewollten) Trainerwechsel wurde uns dann auch schnell langweilig, sodass wir der Hundeschule bald den Rücken kehrten und für uns allein trainierten. Es gibt nichts, was sie nicht gern (für mich) macht, aber klar ist, dass sie alles lieber macht, solang sie es mit mir zusammen machen kann.

Im Alltag sind es kleine Dinge. Morgens wenn ich aufstehe, beobachtet sie mich fragend und wartet auf ihre erste Amtstat mir meine Socken zu bringen. Wenn ich mir die Socken selbst aus der Schublade hole, ist sie schwer beleidigt. Wenn ich im Büro laut „So.“ sage, ist Cassy die erste, die schwanzwedelnd vor mir steht, weil sie genau weiß, dass wir nun zu unserer größeren Mittagsrunde aufbrechen. Werde ich bei einem Telefonat mal lauter oder mein Puls beschleunigt sich, ist sie es, die mich anstupst, ihren Körper dicht an meine Beine drängt und mich somit ganz unauffällig wieder runterholt. Wenn ich laut lache, ob alleine oder in geselliger Runde, dann ist es Cassy, die mit ihrem besten Spielzeug ankommt und am liebsten laut mit lachen möchte und wenn ich weine, dann weint auch sie. Vielleicht klingt das jetzt an den Haaren herbei gezogen, aber es stimmt wirklich.

Ich weiß nicht, ob ich der einzige Mehrhundebesitzer bin, der so fühlt. Ich hatte schon Gespräche, in denen ich ein sonderbares Grinsen entgegen bekam und hinterher wurde mit Sicherheit darüber getuschelt, dass Leyla ja ganz schön arm dran sein muss, so an zweiter Stelle.

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Eine liebe Freundin fragte mich neulich, ob es sich nicht komisch anfühlt zu wissen, dass man einen Hund mehr lieb hat, als die anderen. Ehrlich gesagt, ist das nicht so. Ich liebe alle meine Vierbeiner und könnte mir ein Leben ohne sie, nicht mehr vorstellen. Cassy hat halt einen anderen Status, den sie sich aber auch selbst verdient hat. Sie genießt die Zeit, die sie mit mir allein hat und ich versuche ihr das auch so oft wie möglich zu geben. Tage an denen nur sie ins Auto steigen und mit mir einen Ausflug machen darf. Wie zwei beste Freunde schlendern wir dann durch die Wildnis, fangen uns gegenseitig, legen uns in Gras und hören den Grillen beim zirpen zu, ja, sowas geht mit meiner Cassy am besten. Meinem Traumherzenshund.

Danke, dass es dich gibt, mein Mädchen. <3

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In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück, all mein Inneres, Krankes, Wundes heilt in seinem Blick. Fredericke Kempner

 

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No Comments

  1. Patrick H.
    12 Monaten ago

    Ich glaube es ist völlig normal, dass man das Herz an einen bestimmten Hund verloren hat.
    Unsere Fibi ist uns auch so ans Herz gewachsen, dass es sicher jeder andere Hund schwer haben wird, so nah zu kommen. Das heisst ja aber nicht, dass man den anderen Hund schlechter behandelt oder bewusst benachteiligt.
    Je weniger man Gedanken man darin investiert, desto unbelasteter geht man glaube ich mit den Hunden um. Und jeder hat ja auch so seine Eigenarten und Bedürfnisse – auch Du und ich.
    Wenn ich mir Deine Berichte so durchlese und Deine Fotos ansehe, machst Du bestimmt alles richtig! 🙂
    Liebe Grüße
    Patrick

    Reply
  2. Kerstin Richters
    12 Monaten ago

    Diese besondere Beziehung war ab der ersten Stunde spürbar. Ein besonderer Mensch mit einem besonderen Hund. 😍 Gerne hätte ich euch weiter trainiert. Aber gebraucht hättet ihr es nicht, wie man sieht.
    Ganz liebe Grüße

    Reply

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