In Allgemein, Leben mit Hund

Etikette von Hundehaltern

Etikette von Hundehaltern, ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt. In den ganzen Jahren des Zusammenlebens mit Hunden habe ich schon so einige Unmöglichkeiten erlebt. In diesem Artikel möchte ich meine Gedanken zu diesem Thema gerne niederschreiben.

Unterhält man sich mit Nicht-Hundebesitzern über Hunde und ihre Besitzer, sind die meisten fast einer Meinung: Hundebesitzer denken, ihnen gehöre die Welt. Ehrlich gesagt, habe ich auch ganz oft diesen Eindruck. Nicht selten treffe ich unangeleinte Hunde in der Stadt, die mir interessiert am Hosenbein kleben, weil ich in der Tasche noch Rest-Leckerchen vom Klickertraining habe. „Sie riechen wohl gut!“ bekomme ich dann zu hören und kann eher nicht darüber schmunzeln. Es gibt so viele Menschen, die Angst vor Hunden haben, die eine Tierhaarallergie oder sogar eine Ungezieferphobie – wie mich – plagt. Ich möchte nicht ungefragt von einem fremden Hund beschnüffelt werden und schon gar nicht möchte ich die Nase eines penetranten Hundes aus meinem Schritt entfernen müssen. Es ist Aufgabe des Hundebesitzer, seinen Hund in seinem Bereich zu halten, besonders, wenn andere Menschen in der Nähe sind. „Der tut ja nix.“ Ist für mich ein absolutes No-Go-Argument, ebenso solche Sätze wie: „Sind Sie vom Ordnungsamt? Nein? Dann stellen sie sich doch nicht so an!“ Ich weiß gar nicht ob mich die Rücksichtslosigkeit mancher Hundebesitzer traurig oder wütend macht, vermutlich ist es eine Mischung aus beidem.

Leidtragende sind am Ende nämlich Hundebesitzer, die ähnlich ticken wie ich. Die rücksichtsvoll sind und ihre Hunde absetzen, wenn Radfahrer oder Jogger kommen, oder sie an ihre Seite rufen wenn mal wieder eine Horde Spaziergänger den Weg kreuzt. „Die hören aber toll!“ Ein Satz, welchen ich in einer Woche bestimmt 3 Mal zu hören kriege und über den ich mich jedes Mal erneut wundere. Für mein Empfinden ist der Gehorsam meiner Hunde ganz normal und sollte doch bei jedem Hundebesitzer an oberster Stelle stehen? Es gibt doch nichts Schlimmeres als Menschen, die sich vor Hunden fürchten müssen. Über das Ausmaß von Hundekot auf den Gehwegen spreche ich gar nicht erst.

Wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin, treffe ich natürlich auch des Öfteren andere Hunde und ihre Besitzer. Viele kennt man schon, weil man sie regelmäßig trifft. Man weiß also ob die Hunde sich verstehen und miteinander spielen, oder ob man seine Hunde einfach bei sich behält. Dann gibt es aber auch die Momente, wo man in fremden Gebieten läuft oder generell auf unbekannte Hunde trifft. Es gibt eigentlich nichts, was ich weniger ausstehen kann als Hunde, die unangeleint auf meine angeleinten Hunde zu gelaufen kommen. Sehe ich einen fremden Hund, werden meine zwei augenblicklich angeleint. Jeder Mensch, der sich ein bisschen mit der Psyche und dem Wesen eines Hundes auseinander gesetzt hat, weiß, dass ein angeleinter Hund seine Individualdistanz nicht selber einhalten kann. Kommt also ein unangeleinter Hund auf einen angeleinten Hund zu, hat der Angeleinte einfach keine Reaktionsmöglichkeiten, er ist in seiner Kommunikation stark eingeschränkt und wird vermutlich mit ungewünschtem Verhalten reagieren. Hunde reagieren häufig als erstes mit Meideverhalten, sind sie angeleint, ist ihnen allerdings der Fluchtweg versperrt und so kann es passieren, dass der sonst so liebe Hund mit Aggression reagiert, obwohl seine Körpersprache vielleicht sogar Angst ausdrückt.

Dasselbe gilt aber auch für angeleinte Hunde. Die Leine bringt einem gar nichts, wenn der Hund sich umdreht und Herrchen oder Frauchen ihn einfach von hinten an meinen vorbeilaufenden Damen schnüffeln lässt. Das gehört sich einfach nicht. Wie oft ich schon als „Rabenmutti“ beschimpft worden bin, weil ich meine armen, armen Hunde nicht mal an anderen Hundepopos schnüffeln lasse. Ich kontere meistens mit einer Frage wie: „Wissen sie eigentlich wie gut eine Hundenase ist? Wenn meine Hunde ihren Hund riechen wollen, tun sie das bereits vermutlich noch weit bevor sie uns überhaupt sehen konnten…“ Die Antwort sind meistens empörte Gesichter, aber daran habe ich mich bereits gewöhnt.

Einige Menschen meinen, dass ich vermutlich zu empfindlich reagiere, aber für mich gehört entsprechendes Verhalten einfach zum guten Ton. Genauso wie es für mich selbstverständlich ist, für meine Hunde zu denken. Schließlich können sie mir nicht sagen: „Frauchen, gehe bitte einen großen Bogen, dieser Hund ist mir unheimlich.“

Es kommt allerdings für mich auch absolut erschwerend hinzu, dass ich zwei unkastrierte Hündinnen besitze und gerade während der Stehphase in der Läufigkeit gar nicht so schnell reagieren kann. Ich hatte da bereits leider ein sehr unschönes Erlebnis in diesem Jahr, aber darüber werde ich in einem separaten Artikel ausführlicher schreiben.

Respekt- und rücksichtsvoller Umgang miteinander ist zwingend notwendig und absolut wichtig. Ich würde mir wünschen, dass viele Hundebesitzer einsichtiger wären und versuchen würden, sich etwas mehr in ihre Mitmenschen und vor allem in ihre Tiere hineinzuversetzen.

Was habt ihr denn so für Erfahrungen mit anderen Hundebesitzern gemacht? Vielleicht mögt ihr mir ja mal berichten.

 

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15 Comments

  1. Theresa
    2 Jahren ago

    Ein schöner Artikel! Du hast natürlich in allen Punkten recht, es ist aber in Ballungsgebieten oft nicht so leicht, das konsequent umzusetzen, zumindest, wenn man den Hund überhaupt noch von der Leine lassen möchte oder auch nur von der Stelle kommen will. Würde ich meinen Hund bei jedem Jogger an den Rand setzen, würden wir so zur Rush Hour nach Feierabend vermutlich gar nicht mehr vom Fleck kommen. Ähnlich ist es mit dem Anleinen, wenn man anderen Hunden begegnet, da würde mein Hund wohl immer an der Leine laufen müssen. Man kann sich ja aber trotzdem rücksichtsvoll verhalten und es reicht ja auch, wenn man den Hund zu sich ins Fuß nimmt, wenn man an anderen Hunden vorbei läuft. Es erfordert dann nur ein wirklich konsequentes und sauberes Fuß, das auch in Situationen mit großer Ablenkung klappt.
    Sita kann das, wenn der andere Hund auch einfach an ihr vorbei läuft. Gemein ist es aber natürlich, wenn mein Hund Fuß gehen soll und ihm dann von hinten eine Nase unter den Schwanz geschoben wird. Da klappt das mit dem Fuß natürlich nicht mehr. Begegnen und unangeleinte Hunde, lasse ich sie meisten im Freilauf an dem Hund vorbei oder auch zu dem Hund hin, je nach dem, wie die beiden das dann klären wollen. Sonst versaut es mir nämlich irgendwann das mühsam erarbeitete Fuß, wenn es ständig durch andere unterbrochen wird.
    Jeder noch so gut erzogene Hund kann sich natürlich auch mal daneben benehmen oder jemanden stören. Wichtig ist dann nur, sich freundlich und ehrlich zu entschuldigen und den Hund natürlich so schnell wie möglich wieder unter Kontrolle zu bringen. In dem Fall erwarte ich dann aber auch, dass auf meine ehrliche und freundliche Entschuldigung mit Verständnis und Respekt reagiert wird. Wir sind ja alle nur Menschen (oder eben Hunde) und kleine Missgeschicke müssen dann auch verziehen werden.

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    1. pawsandpixel
      2 Jahren ago

      Ja, ich gebe dir in allen Punkten absolut recht. Es sollte halt mehr ein Miteinander werden, als dieses ewige Unverständnis und Gegeneinander.
      Gerade Leyla entwischt mir manchmal noch, wenn die Verlockung zu groß ist. Da entschuldige ich mich meistens schon, während es passiert. Die Leute reagieren dann auch meistens freundlich. Gerade bei jungen Hunden verstehe ich sowas natürlich total. Es kommt aber eben auch einfach auf die Art und Weise an, das hätte ich vielleicht noch dazu schreiben sollen 🙂

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  2. dogsundbuddies
    2 Jahren ago

    Oh ja… du sprichst mir aus der Seele… „ist ihr Hund gefährlich?“ „

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    1. dogsundbuddies
      2 Jahren ago

      Ups… da bin ich zu schnell auf Senden gekommen… finde es auch sehr schade, dass es so viele intolerante Hundehalter gibt! Und wen wundert es da, dass es auch viele Hundehasser gibt. Wir sind ja mit Kleinkind unterwegs und ich ärgere mich immer sehr, dass Hundehalter ihren Hund auf mein Kind loslaufen lassen.. da hatte ich auch schon mehrere Male ein Gespräch mit: es gibt auch Leute die Angst vor Hunden haben… “ Naja, dann darf man hier halt nicht laufen gehen, man weiß doch das hier Hunde sind“ ach…So einfach? Ich ärgere mich über sowas sehr.. Wir nehmen viel Rücksicht und haben wirklich keinen Problemhund. Die Leute, die es müssten tun es nicht… und dann sind wir alle in einem Pott “ die Hundehalter“… sehr schade…

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      1. pawsandpixel
        2 Jahren ago

        Ja, damit hast du leider recht. Ich habe zwar keine Kinder, aber in meinem engsten Freundeskreis sind Kinder unterwegs. Vermutlich bin ich deshalb auch etwas sensibilisiert was das Thema, gerade mit Kindern, betrifft. Ein bisschen mehr Rücksicht wäre einfach schön, nur leider fehlt es den meisten Menschen an Empathie und auch an Verständnis, was das Zusammenleben mit Nichthundebesitzern betrifft. Wirklich sehr, sehr schade.
        Liebe Grüße,
        Carina 🙂

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        1. dogsundbuddies
          2 Jahren ago

          Wir haben leider in Oldenburg gerade den „Fall“, dass ein wunderschöner Grünpark nur noch mit angeleinten Hunden genutzt werden darf, außer einer kleine Freilaufflächen… das ist leider das Resultat dieser Streitigkeiten zwischen Hundebesitzern und Nichthundefreunden.. echt schade..dabei könnte das Zusammenleben mit gegenseitiger Rücksichtnahme so einfach sein..

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  3. svenjamaeckelmann
    2 Jahren ago

    Oh du hast so recht!
    Wie oft ich mich schon über andere Hundehalter geärgert habe..

    Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie anderen Hundehaltern das Verhalten ihres Hundes so „egal“ sein kann.

    Wenn mein Hund mir mal „ausbüxt“ und doch zu einem anderen Hund läuft – ohne, dass ich ihm dies erlaubt habe – ist mir das immer so unglaublich peinlich und unangenehm.
    Dieses Empfinden über das unangebrachte Verhalten ihres Hundes scheint doch so einigen Hundehaltern zu fehlen.

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    1. pawsandpixel
      2 Jahren ago

      Ja, das geht mir genau so. Natürlich arbeiten und leben wir mit Lebewesen zusammen, da kann es immer mal passieren, gerade wenn die Hunde noch viel testen oder pubertieren. Aber peinlich ist es mir trotzdem immer und ich kann gar nicht oft genug entschuldigung sagen.
      Da ist es umso erstaunlicher, wie leichtfertig und ignorant andere Menschen damit umgehen….

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  4. Ein Hundeleben mit Epilepsie
    2 Jahren ago

    Super Artikel! Solche Situationen lassen mir auch oft die Haare zu Berge stehen. Einmal kam ein Hund auf uns zu und der Besitzer war zwei Ecken weiter. Ich rief das es nett wäre wenn er mal seinen Hund ran ruft. Ein Name den ich nicht verstanden habe und sein Hund anscheinend auch nicht. Der Hund stand nun vor mir und meine beiden mögen es nun mal nicht an der Leine bedrängt zu werden. Ich versuchte den Hund weg zu scheuchen und sehe nur noch das der Besitzer sich umdreht und geht. Ich wollte platzen! Und ja wie du schon geschrieben hast, der tut nix! Ja aber vielleicht meine und ich sehe es nicht ein wenn ich schon darum bitte das sie ihren Hund anleinen das ich meine wegen so etwas abmache. Oft ist eine Straße in der Nähe…

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    1. pawsandpixel
      2 Jahren ago

      Oh ja, genau diese Situation erlebe ich ständig und finde es immer wieder aufs Neue traurig. Wie du schon sagst, „der tut nix“ ist kein Argument, vielleicht haben die Hunde an der Leine ja auch eine ansteckende Krankheit? Gerade auch für Spaziergänger ohne Hund finde ich es einfach unverantworlich. Genau diese Menschen sind dann schuld, dass es so viele Hundehasser auf dieser Erde gibt 🙁 Das macht verdammt traurig…

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  5. julekerp
    2 Jahren ago

    Der Bericht ist vollkommen richtig! Wir stimmen voll und ganz zu! Hundebesitzer sollten in jedem Fall Rücksicht nehmen, wir haben aber auch schon ganz andere Situationen erlebt. Einmal sind wir mit Jule in einem Fahrstuhl gefahren und ein kleines Kind versuchte seine Finger in Jules Nase zu stecken. Die Mutter schaute nur auf ihr Handy und reagierte überhaupt nicht. Oder ein Vater kommt mit seinem Kind von hinten, um Jule zu streicheln. Natürlich ohne zu fragen. Leider gibt es einfach Menschen die keinerlei Rücksicht nehmen. Da liegt das Problem und nicht an den Hunden. Leider kann man dies Hundehassern nicht erklären. Danke, für den tollen Bericht. LG und schöne Spaziergänge von Jule und ihren Dosenöffnern

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  6. Sarah
    2 Jahren ago

    Super geschrieben, vorallem das mit dem anleinen. Es ist so einfach, Hunde an der Leine haben nichts beieinander zu suchen. Seh ich einen Hund den wir nicht kennen, Leine dran. Wir führen unsere Hund aneinander vorbei und fertig. Die Kommentare sind einem aber sicher, wenn wir woanders sind kommt von mir meistens „Die hat Flöhe“ oder „Es beißt“ , das funktioniert auch wenn ich es in meiner Gegend unterlasse (jahrelang Flöhe ist auch unglaubwürdig)
    Ich bin mir sogar fast sicher, dass mein Hund wegen des mangelnden Kontaktes zu angeleinten Hunden noch keinen Psycho-Knacks hat …. 😀

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    1. pawsandpixel
      2 Jahren ago

      Hey Sarah, ja, jahrelang Flöhe sind in der Tat unglaubwürdig. Bei mir variiert es. „Flöhe“ „Läufig“ „Zwingerhusten“ „Ansteckend“ „MagenDarm“ es gibt so viel unschöne Krankheiten 😀 Wie oft ich mir, seit dem ich diesen Artikel geschrieben habe, wieder Sätze wie „Komm Pfiffi, die DÜRFEN nicht spielen!“ anhören musste..
      Das mit dem Psycho-Knacks wäre deinem Hund sehr zu wünschen. :’D Bei meinen bin ich mir nicht sicher ob ihr Psycho-Knacks nicht eventuell doch von den nicht vorhandenen Leinenkontakten kommt 😀 hihi
      Einen schönen Tag für dich

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      1. Sarah
        2 Jahren ago

        Ooo MagenDarm hatten wir noch nicht, gut zu wissen 😀
        Jaja, Hunde müssen eigentlich direkt zur Therapie wenn sie nicht mit jedem spielen dürfen.
        Was neulich mit einem Pflegi gut und garantiert langanhaltend funktioniert hat : komm weiter die sind unter deinem Niveau mit denen spielst du nicht.
        Böse Blicke und Spaß seien dir garantiert hihi
        Wenn man den psycho knacks so erklärt bekommt … 😀
        Liebe Grüße

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  7. Juliane Peters
    1 Jahr ago

    Super toller Artikel und gut auf den Punkt gebracht!

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