In Allgemein, Der Mini Aussie

Den richtigen Züchter erkennen

Bevor man den Schritt zu einem eigenen Hund wagt, vergehen mitunter Jahre. Diese Entscheidung sollte mit großer Sorgfalt gefällt werden. Ein Hund möchte so wenig wie möglich alleine sein, gefüttert werden, egal bei welchem Wetter nach draußen, er kostet Geld und wird mit etwas Glück 13 Jahre alt, vielleicht sogar noch älter. Erst, wenn man selbst soweit ist und weiß, dass ein Hund in sein Leben passt, mit all seinen Vor- und Nachteilen, kommen natürlich weitere Fragen auf: Welche Rasse, von welchem Züchter oder aus dem Tierschutz? Hat man sich für einen Rassehund vom Züchter entschieden, habe ich in meinem heutigen Artikel ein paar Tipps für euch, wie ihr den richtigen Züchter finden und erkennen könnt!

Zunächst einmal müsst ihr euch im Klaren sein, was ihr genau möchtet. Was für ein Typ Hund passt zu euch? Möchtet ihr einen Hund für einen bestimmten Zweck, wie z.B. eine jagdlich geführte Zucht, Hütehund mit viel Trieb etc.? Oder möchtet ihr einen ruhigen/aktiven Familienbegleiter? Wenn ihr euch diese Fragen, passend zu eurer auserwählten Rasse gut überlegt habt, könnt ihr die Züchter schon sehr gut filtern.

Ich für meinen Teil habe viel gegoogelt und verglichen, habe mich in Foren angemeldet und einige Erfahrungsberichte gelesen und mich ausgetauscht. Jetzt, wo ich bereits einen Hund vom Züchter besitze, wusste ich auf jeden Fall, was ich bei meinem zweiten Hund und einem weiteren Züchter mehr beachten würde und was für mich besonders wichtig wäre. Man kann den Menschen ja bekanntlich nur vor den Kopf gucken, allerdings sagt z.B. die Homepage schon recht viel über eine Zucht aus.

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In großen Zuchtstätten mit einigen Hündinnen und eigenen Deckrüden ist es für mich zum Beispiel eher abschreckend, wenn man auf den Seiten nur liest „Unsere Welpen sind da, Farben+Geschlechter, Fotos“, jedoch keine weiteren Infos über die Eltern finden kann. Ebenso abschreckend finde ich es, wenn man die Zucht nicht wirklich zurückverfolgen kann, weil im Jahr so viele Würfe fallen und es vermutlich für die Züchter einiges an Aufwand bedeutet, eine Art Wurfübersicht zu gestalten. Mir als potentieller Käufer würde dies aber einiges an Klarheit bieten. Ich persönlich möchte nämlich keine Zucht unterstützen, in der die Hündinnen zwei mal im Jahr werfen müssen. Kann man das auf der Homepage nicht klar verfolgen, unbedingt beim Telefonat gezielt darauf ansprechen. „Wie oft werden Ihre Hündinnen gedeckt und wieviele Würfe planen Sie pro Hündin generell?“ Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat, wird euch darauf ohne zu Zögern antworten. Bei einem gängigen Zuchtverein wie z.B. dem VDH gibt es bestimmte Verordnungen, die vorgeben wie oft eine Hündin maximal gedeckt werden darf. Bei anderen Vereinen (heutzutage gibt es leider viele kleine selbstgegründete Vereine) gibt es unterschiedlichste Verordnungen. Deshalb verlasse ich mich da auf mein Bauchgefühl und finde 1x im Jahr mehr als ausreichend und sehe von Züchtern, die ihre Hündinnen 2x jährlich belegen, ab.

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Kinderbesuch in der Aufzucht ist eine schöne Abwechslung und bereitet die Welpen auch auf die kleinsten Menschen vor!

Ein freundliches, professionelles Auftreten und eine große Orientierung am Kunden ist mir ebenfalls sehr wichtig. Wenn man mit wichtigen Fragen, gerade bei seinem ersten Hund, alleine gelassen wird, ist das ein wirklich unangenehmes Gefühl. Deshalb fühlt den Züchtern ruhig auf den Zahn, erkundigt euch über die Hilfsbereitschaft, über Welpentreffen, die bereits stattgefunden haben. Gibt es vielleicht sogar die Möglichkeit, andere Welpenkäufer kennen zu lernen? Ein Austausch unter Gleichgesinnten ist wirklich Gold wert und besonders toll ist es natürlich, wenn man Geschwisterhunde in der weiteren Entwicklung beobachten kann. Auch hier gilt: Wer nichts zu verbergen hat, wird auch nicht mit Antworten geizen! Das ist ganz klar meine Devise. Scheut euch einfach nicht zu fragen, das ist das A und O. Andersrum müsst ihr allerdings auch mit Fragen zu eurer Person oder zu euren Lebensumständen rechnen. Wenn sich die Züchter dafür nicht interessieren oder euch quasi blind einen Hund mitgeben, dann stimmt da etwas nicht.

Waren die Gespräche am Telefon oder per Mail erfreulich und sympathisch, steht einem persönlichen Kennenlernen nichts mehr im Wege! Wenn ihr unsicher seid, vereinbart ruhig einen Termin noch vor der Geburt. So habt ihr die Möglichkeit die Elterntiere (bzw. die Mutter) kennen zu lernen und alle Fragen nochmal persönlich zu stellen. Ebenso könnt ihr die Möglichkeiten der Aufzucht besichtigen. Sind die Welpen allein mit der Mutter in einem Gartenhaus oder in einem Zwinger? Oder haben sie die Möglichkeit im Haus mit aufzuwachsen und ihre ersten Lebenswochen zu verbringen und können so bereits die ersten Alltagssituationen kennenlernen (Staubsauger, Fön, Küchengeräusche, Besuch etc.)? Letzteres ist für mich sehr wichtig. Eine Zwinger-, Keller- oder Gartenhaushaltung käme für mich persönlich nicht in Frage. Wenn das für euch auch der Fall ist und ihr stoßt z.B. bei Besichtigung der Welpen auf so eine Aufzuchtsform, bleibt stark und sagt nein! Die Welpen sind meistens nicht ausreichend sozialisiert und ihr habt es in den ersten Wochen deutlich schwerer! Im schlechtesten Fall zieht sich die schlechte Prägung durch den Rest des Hundelebens.

Nach einem ersten Treffen, auch mit den Welpen, erwarte ich von dem Züchter eine ehrliche Einschätzung, ob der ausgesuchte Hund zu mir passt oder nicht. Die Züchter sind tagtäglich mit den Tieren zusammen und können sehr viel besser abschätzen, wie sich der Charakter möglicherweise entwickelt. Deshalb seid hier ehrlich und kommuniziert klar was ihr euch von eurem neuen Familien erhofft oder wünscht!

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Viele Züchter versprechen sogenannte Starterpakete – Halsband+Leine, Futter, Schnuffeltuch der Mutter, Fotos aus den ersten Tagen. Klärt am besten vorher, was euch zusteht. Gerade wenn ihr besonderen Wert auf Fotos aus den ersten Wochen legt, sprecht die Züchter gezielt darauf an, dann sind sie beim Abgabetermin darauf vorbereitet und können euch die Foto-CD direkt mit übergeben!

Natürlich gehört auch ein umfangreicher Gesundheits-Check dazu.

Um es abschließend nochmal zusammenzufassen und noch eine kleine persönliche Randbemerkung:

Achtet auf eine offene und freundliche Zucht, wählt sie sorgsam aus, scheut keine Fragen und wenn euch etwas komisch vor kommt, dann sagt nein und sucht weiter! Früher oder später wird schon die passende Zucht und der somit passende Welpe dabei sein! Natürlich schaut man den Menschen letztendlich nur vor den Kopf, aber ich denke, wenn man sich vorher genug Gedanken macht und selektiert, kann die Enttäuschung am Ende nicht so groß sein 🙂

Ich persönliche wünsche mir, dass das Interesse an den Zöglingen der Züchter nicht so schnell verschwindet. Offene Kommunikation und Antworten auf die Fragen sind unglaublich wichtig, gerade auch um die Vertrauensbasis zwischen Züchter und Welpenbesitzer zu erhalten. Ich erlebe es immer wieder, dass Leute enttäuscht sind, weil es hinterher doch nicht so war, wie zunächst angenommen und ich kann euch sagen, ich weiß sehr gut wie sich das anfühlt!

Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass ihr eine geeignete Zucht für euch findet! Berichtet doch gern mal, wie das bei euch so war!

Wenn ihr noch Fragen habt, oder euch unsicher seid, schreibt mir gerne!

 

Danke an die liebe Anja von den Snowleaf Aussies, für eine Zucht, ganz nach meinen Vorstellungen.

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No Comments

  1. Pawtners in Crime
    1 Jahr ago

    Hey ihr drei! Wirklich einen super Artikel hat Frauchen da geschrieben hat. Den sollten wirklich alle lesen, wenn sie sich einen Welpen aussuchen von einem Züchter holen wollen. Was ich nach ein bisschen Distanz bei unserer letztendlichen Entscheidung auch sehr viel mitgespielt hat, dass auch negative bzw. herrausfordernde Dinge der Rasse bzw. der Elterntiere offen angesprochen und nicht runter gespielt werden. (Ist Jagd- oder Wachtrieb vorhanden) Sind die Hunde offen oder zurückhaltend. Und werden mir als Welpenkäufer auch vll etwas unangenehme Fragen gestellt: Wie ist der Hund versorgt, wenn man arbeitet, ist die Lebenssicherung absehbar (Job, Wohnung etc), hat man Erfahrung, wenn nicht wie hat man sich schon vorbereitet. Wir saßen schon bei Verkaufsveranstaltungen für Pinscher aber nicht bei Züchtern hatten wir das Gefühl, wo dann mal in einem Halbsatz erwähnt wurde („Ja die Hunde sind nicht ohne aber mit Erziehung ist das alles machbar.. meine Hündin bellt zwar ohne Sprühhalsband die gesamte Nachbarschaft zusammen, aber ansonsten ist die charakterlich einwandfrei = NO GO).

    Reply
    1. pawsandpixel
      1 Jahr ago

      Huhu du Liebe,
      jaa ich bin da ganz bei dir. Mit einem wirklich guten Züchter lassen sich durchaus auch die negativen Eigenschaften problemlos diskutieren und besprechen. Das war bei mir auch bei beiden Züchtern der Fall. Rassespezifische Merkmale wurden klar ausgesprochen und auch eine empfehlung zum Handling gegeben. Das finde ich irgendwie bei allen Rassen wichtig, nicht nur bei solchen workaholics wie den Aussies.
      Ganz liebe grüße
      Carina

      Reply
      1. Pawtners in Crime
        1 Jahr ago

        So soll es auch sein. Und das ist natürlich völlig unabhängig von der Rasse. bzw. auch Tierschutzorganisationen sollten solche Gespräche führen, aber da kann man ja bei vielen quasi auf Knopfdruck einen Hund aus ner Tötung ordern, ohne dass mich jemals jemand fragt, ob ich weiß, worauf ich mich einlasse. :/

        Reply
  2. hawksforest
    11 Monaten ago

    Man hat es nicht leicht, den richtigen Züchter für seinen Traumhund zu finden; das Bedarf schon einiges an Einsatz. Aber als Züchter hat man es auch nicht einfach, den richtigen Welpenkäufer zu finden. Was einem da im Vorfeld so alles erzählt wird, das entpuppt sich dann im Nachhinein leider manchmal als Flunkerei.

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